Medikamentengabe
Einleitung
Für die Medikamentengabe bei Sondenlage müssen folgende Fragen grundsätzlich geklärt werden:
- Gibt es alternative Verabreichungsformen, z.B. Säfte, Tropfen, Zäpfchen, Pflaster, Injektion?
- Darf die verordnete Tablette zerkleinert werden?
- Werden die Wirkstoffe in dem sauren Milieu des Magens zerstört?
- Welche Wirkstoffe dürfen zusammen verabreicht werden?
- Mit wie viel Flüssigkeit muss ich einen Saft verdünnen?

Ungeeignete Medikamente sind:
- Kapseln
- Pallets
- Dragees
- Magenresistente Tabletten
- Weichgelantine-Kapseln
- Filmtabletten
- Retard-Tabletten oder -Kapseln
Applikationsort im Magen-Darm-Trakt
Ernährungssonden können in den a) Magen, das b) Duodenum oder c) Jejunum münden. Die pH-Werte und Resorptionsverhältnisse sind in den unterschiedlichen Magen-Darm-Abschnitten unterschiedlich.
a) Im Magen herrscht mit einem pH-Wert von 1 - 2 ein saures Milieu. Säureempfindliche Wirkstoffe werden hier zerstört. Medikamente mit säureempfindlichen Arzneistoffen, die durch einen magensaftresistenten Überzug geschützt sind, dürfen deshalb nicht geteilt oder zerkleinert in den Magen appliziert werden.
b) und c) Im Duodenum bzw. Jejunum liegt hingegen mit einem pHWert von 7 - 8 ein neutrales bis leicht alkalisches Milieu vor. Die Gabe von gemörserten, säureempfindlichen Arzneistoffen ist hier möglich. Es gibt jedoch Medikamente, bei denen die Resorptionsrate bei intestinaler Applikation stark reduziert ist.
Sondenlumen
Kleinlumige Sonden 5 - 9 CH weisen ein erhöhtes Risiko der Sondenverstopfung (Okklusion) auf. Dies sind in der Regel mehrlumige Sonden, Sonden für Kinder, duodenale, intestinale oder FKJ Sonden. Bei diesen Sonden müssen die Medikamente mit besonderer Sorgfalt zerkleinert, gelöst und nachgespült werden. Retardmedikamente sollten gegebenenfalls durch andere wirkstoffgleiche Medikamentenformen ersetzt werden.
Sonden mit einem Durchmesser von 12 - 20 CH weisen generell ein geringeres Risiko des Verstopfens auf. Dennoch sollten Sonden bei der Medikamentenapplikation auch bei diesen grundsätzlich nach dem unten aufgeführten Standard verfahren, und die notwendige Sorgfalt bei der Medikamentenapplikation angewendet werden.
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EXPERTENSTANDARD
Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege (Auszug
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Änderung des Leistungsanspruchs im Bereich enterale Ernährung (BVmed)
Infoflyer Enterale Ernährungstherapie BVMed Stand 01.04.2009 ![]()


